(Sepp Herberger)
Was bei anderen Sportarten stimmt, muss im Snooker nicht falsch sein.
Die Bälle sind jedenfalls ziemlich rund und wenn ein Best of 3 inklusive Decider in 90 Minuten vorbei ist, war es normalerweise kein schlechtes Spiel. Wenn dagegen ein einzelner Frame die eineinhalb Stunden erreicht, hat selten jemand Spaß.
Unter anderem deshalb haben wir im Club Anfang März Shootout gespielt. 10 Minuten pro Frame und Match. 15 Teilnehmer. Ungerade - eh klar. Irgendwann werden wir möglicherweise noch erleben, dass ein internes Clubturnier im Schweizer System ohne Freilos auskommt.
Die Alten (Ü20) aus der 1. Mannschaft haben das Turnier geleitet, die einzige anwesende Frau besorgte für die nicht selbstständig überlebensfähigen Männer mittags Semmeln und Brezen. Schee war's. Kuriose Situationen eingschlossen:
Ein technisch versierter Zeitnehmer stellt die Tonausgabe der Shotclock souverän auf seine Hörgeräte um und wundert sich gute sieben Minuten lang, warum er alles und die Spieler nichts hören. Bei einem anderen Spiel verlässt der mutmaßliche Zeitnehmer eine Minute nach Framebeginn unvermittelt den Raum - er hatte nur unbeteiligt auf dem Zeitnehmerhocker Nachrichten geschrieben.
Erfreulicherweise wird alles mit Humor genommen und schließlich stehen die offensichtlich am besten auf das Shootout Turnier vorbereiteten Spieler verdient im Finale:
Martin Be. (Münchner Allwetterradler) und Stefan S. (Mallorquinischer Chiropraxisexperte)
Für Ersteren war das ebenfalls nur zehn Minuten dauernde Finale trotzdem 30 Sekunden zu lang. In der letzten Minute knapp aber eigentlich uneinholbar in Führung liegend, gelingt ihm völlig ohne Not ein Shootout Foul. Ob gedanklich schon mit dem glitzernden SC147 Shootout-Pokal im Konfettiregen stehend oder beim Backstage Interview Rachel Casey und Jimmy White - wir werden es wohl nie genau erfahren. Die übrigen Sekunden mit Ball in Hand nutzt Stefan abgeklärt für 1x Rot plus Farbe - Ende Gelände.
Es bleibt ein berechtigter Turniersieg für Stefan, eine bärenstarke Turniergesamtleistung von Martin ... und eine Menge Arbeit für den Mentalcoach.
19.03.2026, Markus